Sonntag, 22. Oktober 2017

Schamanischer Schwellenzauber der dunklen Zeit


   

Je länger ich den Weg der Hexen und Schamanen beschreite, umso mehr arbeite ich frei nach meinen Eingebungen. Aber es gibt einige Bereiche bzw. Rituelle Handlungen und Magische Arbeiten, die ich schon ziemlich früh genauso getan habe, wie ich sie heute immer noch tue. Seit fast 20 Jahren.

Dazu gehört auch dieses Bereich meiner Rituellen Arbeit, von mir als „Schwellenzauber“ bezeichnet. Schwellenzauber werden seit Jahrhunderten praktiziert, meist auch auf einer „Schwelle“ wie einer Wegkreuzung, einem Übergang, ein Strand, einer Brücke, einer Höhle. Schwellen sind symbolische Übergänge in die Anderswelten. Schellenzeiten sind dazu auch wichtig, wie der frühen Morgen, kurz vor Sonnenaufgang oder am Abend kurz nach Untergang der Sonne.

Deswegen auch dieses Ritual bei Dämmerung auf einer Brücke nahe unseres Hofes. Schwellenzauber nutzt man für Segen und Schutzrituale von Örtlichkeiten, Familie oder Grundstücke, aber auch um Flüche auszusprechen oder Verwünschungen, aber auch Segnungen und Wunschzauber.

Dies Ritual, dieser Zauber obliegt keiner Vorlage, nur meiner eigenen Tradition und in Anlehnung an die Slawischen Zauber meiner Vorfahren. Alles ist frei herausgesprochen und geschieht in einem der Trance sehr ähnlichen Zustand. Auch die Symbolik entstand aus meiner Verwurzelung bei den Slawischen Schamanen. Runen und weitere ( bei mir sind es Slawische – )Schutzsymbole, ja nach Art des Zaubers, werden mit Mehl zu einem einzigen Zauberzeichen zusammengefügt. Dies ist ein Zauber, der sehr privat und persönlich ist, die Vorbereitungen und die Nacharbeit dazu bleibt im Verborgenen, ihr seht hier nur den kleinen Hauptteil.

Dieser Zauber gehört zu meiner Schamanischen Tradition. Die Götter die dabei „zu Hilfe“ gerufen werden, sind meist Ort-s, Familien oder Heimatgebunden. Sie werden aus den vier Himmelsrichtungen gerufen und symbolisieren meist gleichzeitig auch diese oder/ und die vier Elemente. Wer mehr über meine Schamanischen Rituale und weiteres erfahren möchte, kann gerne an einem Seminar oder Vortrag diesbezüglich teilnehmen.

Montag, 2. Oktober 2017

Wilkommen Oktober....

Ich sitze unter meiner Linde und genieße die Sonnenstrahlen. Heute verabschiede ich mich nun endgültig vom Sommer. Habe ich nicht gerade noch hier gesessen, um die Sonne zu begrüßen? Ist das schon so lange wieder her?! Im März, als die ersten warmen Sonnenstrahlen meine nackten Füße berührten, und kaum ein Blatt an der Linde zu sehen war…jetzt wirft sie ihr Blattwerk in bunten Farben auf die Wiese unter meinen Füßen…



Die Schwalben haben ihre letzten Kreise gedreht und uns verlassen, keine sitzt mehr auf dem Giebel des Hofes oder zieht als Tiefflieger ihre Runde auf der Suche nach Insekten.
Nun haben die Krähen und Raben das Sagen, ihr Schrei tönt über das Land, als ob sie von den Ahnen verkünden wollten und die Dunkelheit rufen würden….

Die Zugvögel fliegen in Formationen über den Himmel und schon in weiter Ferne hört man sie kommen. Bald schon werden die Felder hier voller Gefiederter Gäste sein. Sie sind die besten Anzeiger, das der Winter naht….



Mit jedem Tag im Oktober wird es ein wenig dunkler, mit jedem Tag öffnet sich die Türe zur Anderswelt ein bisschen mehr. Die Sonne sinkt nun tiefer und tiefer, bis sie, zu Samhain schon um 17 Uhr nicht mehr zu sehen ist.
Aber noch ist es nicht so weit, noch ist es um 18 Uhr hell.
Aber nicht mehr lange, dann beginnt die Zeit der Toten, des Gedenkens und der Innenschau.


Unter meinen Füßen raschelt das bunte Laub, wenn ich darüber gehe. Die Spinnen haben ihre Netze nun fast alle verlassen und kehren in ihre Verstecke zurück, genauso wie jetzt die Wildtiere ihre Winterquartiere suchen und sich mit Vorrat eindecken.


Jetzt wird es Zeit den Garten und den Schamanengarten Winterfest zu machen, viele Pflanzen sind schon zurückgeschnitten worden. Ich sitze hier unter meiner Linde und überlege, was wohl diesmal die dunkle Zeit bringen wird. Was steht vor uns, was kommt auf uns zu und was hat das letzte Jahr gebracht?

In der Zeit, als ich das erste Mal in diesem Jahr unter meiner Linde die Sonne begrüßt habe, ist viel passiert. Damals war es Februar und ich konnte es kaum erwarten, dass der Kräutergarten Gestalt annahm. Habe die Wochen gezählt, ja die Tage.
Jetzt ist alles fertig. Nun ja, so richtig fertig ist man ja nie, das wäre auch gar nicht das Ziel.


Mein Badezimmer ist nun auch, nach über 6 Monaten fertig geworden und ich bin sooo froh, nicht mehr im Seminarhaus duschen zu müssen und wieder eine Badewanne zu haben.  Pünktlich, vor Samhain.

Ja bis jetzt sollte man seine Dinge geregelt haben, denn nun, mit jedem Tag im Oktober mehr, geht es auf den Stillstand zu....


Wir atmen ein, um dann, an Yule, wieder auszuatmen….
Es ist jetzt die Zeit der Pilze, der Wälder und der Nebel. Auch meine Zeit, denn ich bin ein Kind der Ahnengeister, der Holle. Die Geister rufen und die Götter ziehen über das Land.

Dementsprechend ist meine Vorfreude auf meine Clanschwestern, mit denen wir wieder Samhain feiern werden, wie in jedem Jahr.  Und mit jedem Jahr, wird unser Ritual intensiver, weil ich mehr und mehr Verbindung hier bekomme.


Ich hoffe, der Oktober wird noch mal golden und bunt, und bleibt so, wie jetzt gerade, hier unter der Linde. Ich hoffe das die Welt so friedlich bleibt, gerade wie jetzt hier, unter der Linde. Ein bisschen Wehmut steigt auf, weil ich weiß, der Sommer ist vorbei.
Es war einfach ein wundervoller Sommer, so viele Menschen, die uns besucht haben! Aber auch ein Sommer der Entscheidungen, denn nun leben wir koplett nur noch vom Hof.

Aber mit  der Sommerzeit gehen wundervolle Erinnerungen, Erfahrungen, gute Gespräche, tolle Kunden, viel Arbeit und natürlich wieder das ein oder andere kuriose und lustige.
All das habe ich gesammelt, wie in jedem Jahr, denn all das wird einmal Teil eines Buches werden, in vielen, sehr vielen Jahren…aber jetzt, jetzt begrüße ich den Oktober! 

Freitag, 22. September 2017

Mabon im Zaubergarten



Die Erntezeit ist da und nun folgt dem auf dem Fuße ,die Nebelgiester und die Ahnenzeit. Bereitet Euch vor, schließt ab und dankt. Bald schon ist das Pagan Jahr zu Ende und es wird Zeit mit sich und seinen Aufgaben abzuschließen, um wieder einen neuen Kreislauf zu beginnen, im ewigen Zyklus der Zeiten. 

Wie Mutter Natur, werden wir uns nun auch langsam zurückziehen, um Inne zu halten und Resümee zu ziehen: Was habe ich in diesem Jahr erreicht, was nicht? Was kann ich leicht abgeben und was fällt schwer? All denen , die die Tag und Nachtgleiche an diesem Wochenende begehen, wünsche ich ein erfolgreiches Ritual. 

Alles ist nun in Waage-Tag und Nacht gleich lang in der Zeit. 
Mögen die Götter Euch begleiten und die Ahnen Euch segnen! 


 


Dienstag, 5. September 2017

Wenn eine eine Reise tut.....

.... dann kann sie was erzählen….


Im letzten Jahr hatten wir ein Wochenende geplant, ich wollte endlich etwas zusammen mit meinen Kindern unternehmen, seit alle erwachsen sind, sehen wir uns nicht mehr oft. Sie gehen alle ihre eigenen Wege, nur noch unsere Jüngste ist daheim.
Wir beschlossen etwas zusammen zu finden, was uns alle verbindet.  Die Musik von Pur, einer Band, die ich schon hörte und kannte, als sie noch einen anderen Namen trugen und ihr Mega Event auf Schalke bot sich an, vor allem, weil Daniel Wirtz als Gast dabei sein sollte, den wir alle auch schon lange kennen und mein Sohn ein großer Fan von ihm ist.




Die Arena auf Schalke, als Pur das erste Mal dort waren, waren wir mit unserer Ältesten Tochter auch da, sie war damals 10 und es war ihr erstes Konzert. Das reicht mir einmal, dachte ich damals. Nun ja, aber meine Mädchen schlugen vor, alle gemeinsam dort hinzugehen und mein Gatte sollte den Hof und den Laden solange hüten. Leider sagte unser Sohn aber später wieder ab,  die Mädels fanden den Gedanken einfach so toll, wir drei gemeinsam auf Schalke. Da kann man natürlich als Mama nur ja sagen. Gesagt-getan. Tickets gekauft und abwarten. So wurde es halt ein Mädels Tag.

Im Laufe der Monate stellte sich dann heraus, dass meine jüngste unbedingt noch zur Phantastika nach Oberhausen wollte. Die fand ausgerechnet am selben Tag statt. Ich schlug vor, sich schon am Morgen zu treffen, um gemeinsam nach Oberhausen und von da direkt nach Schalke zu fahren. War ja quasi ein Weg. So wurde es auch gemacht. Wenn wir schon mal im Ruhrgebiet sind…nicht wahr?!



Wir fuhren also am Samstagmorgen gegen 7 von der Küste los und waren schnell und ohne Stau, kurz nach 10 bei meiner Ältesten Tochter. Noch schnell das Enkelchen gedrückt, geknuddelt und geherzt, den Schwiegersohn (in Spe) umarmt und ab nach Oberhausen.

Ich gebe zu, ich hatte mich nicht erkundigt, was genau die Phantastika überhaupt war, dachte, da laufen die meisten in Fantasy Rollenspiel Manier rum und alles ist laut und überladen, voller Stände mit irgendwelchem Serien Kram…

Überrascht war ich dann schon, das Kongresszentrum war, klein, überschaubar, ruhig. Wir kamen an, ohne Parkplatz suche, ohne Hektik. Nur warm war es.

Die Mehrzahl der Stände bestand aus – Büchern! Fantasy soweit das Auge reichte, alle Bereiche, alle Sparten. Wow, dachte ich mir. Ganz nett hier.

Und so kam ich mit dem ein oder anderen Standbetreiber auch kurz ins Gespräch. Nur schade, dass ich überhaupt keine Zeit mehr finde, für Romane. Dass was ich seit Jahren meist lese, ist immer nur Fachliteratur. Manchmal tatsächlich drei Bücher auf einmal.

Das letzte, was ich an Roman gelesen habe, (nein nicht „das Letzte im negativen) , war Mara undder Feuerbringer, die Triologie von Tommy Krappweis. Aus reiner Neugierde, weil mir der Film, wie auch das erste Hörbuch so gut gefallen hatten. Ich wollte dann schon wissen, wie es weitergeht. Außerdem drängelte die Tochter ; „Mama du musst unbedingt weiter lesen…“


Wir trafen, wie sollte es anders sein, dann natürlich auch auf Tommy Krappweis. Meine Tochter hatte sich vorher schon erkundigt ob er da war und sie hatten sich bei der Phantastika sozusagen verabredet. Gut, ist zu viel gesagt, meine Tochter wusste, dass er da ist und freute sich natürlich mich ihm vorzustellen. Sie steht im losen Kontakt zu ihm, da sie ja auch schon mal mit ihm auf der Bühne stand. Unter anderem in München.

Sie drängelte schon Tage vorher, weil ich ihr sagte, „du, ich setz mich einfach irgendwo hin und schau mir die Leute an, das reicht mir schon, und ihr Mädels könnt eure Mama später abholen. „   „Nee, Mama, das kannst´e nich machen, du musst doch unbedingt den Tommy kennenlernen“  kam da von ihr….

Eigentlich weiß sie, wie unangenehm ich das finde, ich bin kein Mensch der um Fotos oder Autogramme bittet oder gerne „vorgeführt „wird. So trafen wir den Erfinder des Brotes auf Kika und ehemaliger Star von RTL Samstag Nacht. Auch ist er ein toller Musiker.

Ein herzlicher, sehr netter Mann mit dem Funkeln eines immer frechen Jungen in den Augen. Ein kurzes Hallo, ein Foto, wie eben wohl üblich und ein Smal Talk mit meiner Tochter. Seine nette und ebenfalls sehr sympathische Frau, stand wartend daneben.
Wir unterhielten uns kurz.

Tommy musste dann noch unbedingt ein Foto von uns beiden machen, welches er so kommentierte „Das ist Original von Maras Mutter „meinte  er, wärend er auf mich zeigte.. ( ähm…oder so ähnlich war es..)“  

Ein Kompliment?! Hmm, eigentlich wohl schon. (Aber Esther Schweins ist bei weitem hübscher und passt super in die Rolle)
Nun gut. Irgendwie hat er ja auch Recht damit, wenn ich mich aus dem Blickwinkel meiner Kinder betrachte und vor allem meiner Jüngsten. Sie hat am meisten unter meiner „Arbeit“ gelitten, wurde jahrelang gemobbt deswegen. Teilweise auch so fies, wie in dem Film von Mara. Ich denke auch deswegen mag sie diese Bücher so, sie findet sich selbst darin zum Teil wieder. Und ich finde den Charakter von Maras „ Eso-Mutter“, sehr liebevoll umgesetzt, denn Tommy hat diese Art von „Sichtweise“ nie ins lächerliche gezogen, sondern balancierte immer auf der Grenze eines liebevollen Augenzwinkerns auf die Esoterik Szene.
(Ich liebe die Szene mit dem „Baumsprech Seminar“ ! )


Wir verabschiedeten uns von Tommy und seiner Frau Sophia und schlenderten weiter durch die Gänge. Mit dem ein oder anderen Verlagsvertreter / Autor? unterhielt ich mich. Irgendwie hatte ich aber nach einer Weile das Gefühl, bei vielen Romanen ging es vordergründig um Liebesgeschichten…Vampir trifft Mensch, will erlöst werden von der Liebe seines Lebens, Kelte trifft auf Keltin, Wikinger trifft auf Kriegerin, Prinz auf Prinzessin….vielleicht waren es einfach die falschen Stände, aber nach dreien dachte ich dann so : „ ohhh….nööö…nicht schon wieder..“

Wie gesagt, vielleicht täuscht es auch. Aber dann sah ich an einem Tisch ein mir bekanntes Gesicht und das ein oder andere Buch Cover, das ich selbst einmal im Laden verkauft hatte. Holger! Ach ja! Der Holger von der Edition Roter Drache. Immer wieder ein Vergnügen, damals bei den Treffen der Pagan Federation beispielsweise.

Wie klein die Welt doch ist! Und natürlich habe ich dann auch Bücher gekauft, klar, denn der Verlag war damals ein Fachbuchverlag für Heidnische Literatur, jetzt aber, so Holger, vertreten sie auch Fantasy. Natürlich kaufte ich Fachliteratur, klar!

Das Buch über den Gehörnten von Phönix, das ich schon seit einiger Zeit haben wollte. Seine Zeichnungen gefallen mir zwar nicht, aber seine Schreibweise ist gut verständlich, klar und schnörkellos. Außerdem gibt es einfach zu wenig Informationen über den / die vielen Variationen von männlichen Naturgöttern. Und zur Göttin gehört eben auch der Gott.

Das zweite handelt um die Geschichten der Edda, neu erzählt und interpretiert von Luci von Org. Ich bin mal gespannt darauf, denn es gibt ja einige moderne Erzählungen was die Edda betrifft. Ich kaufte meiner Großen Tochter noch ein Hörbuch für das Enkelchen und dann machten wir uns langsam auf den Weg zur Arena auf Schalke.


Auf Schalke angekommen reihten wir uns in die Massen von Autos um auf einen der vielen Parkplätze zu kommen. Menschenmassen wanderten die Wege zur Veltins Arena hoch. Wir befürchteten, lange anstehen zu müssen, aber dem war nicht so. Nach nur ganz kurzer Wartezeit konnten wir auch schon den großen Tunnel Richtung Innenraum betreten. Klar, es waren noch zwei Stunden bis zum Konzertbeginn, aber wir setzten uns einfach, wie viele andere auch, auf den Boden und warteten ab. Die Arena war ausverkauft, 66 Tausend Menschen, eine unvorstellbare Zahl.

Es war ein wirklich gutes Konzert, mit Xavia Neidoo, Sido und auch Andreas Bourani, sowie Peter Schilling, bei dem ich mich fragte, wo zum Teufel, der ausgegraben wurde und als alle zu „Major Tom“ brüllten, da fühlte ich mich eher wie auf Malle und wollte eigentlich nur laufen gehen. Das war echt übel. Wenigstens war die Abfolge der Songs von Pur verändert worden und auch Hartmut selbst fragte nicht, wie sonst, drei Mal nach, ob es uns wirklich gut gehe. Ich muss gestehen, ich hatte schon überlegt, ein Plakat mit den 5 nervigsten Dingen zu schreiben, die seit Jahren immer auf den Konzerten wiederholt wurden. Oder bei der Frage: Wie war denn das Konzert, zu antworten: „Kennst du eines, kennst du alle.“

Mir persönlich wurde alles zu perfekt, zu groß, zu unpersönlich. Und die Bildschirme mit den Songtexten, für Hartmut, damit ja nichts mehr schiefgehen kann…
Gut, vielleicht kann man einfach aus alten Männern keine frechen Jungs mehr machen, aber zum tausend und einsten Male „Lena“ zu singen, das ist und war auch nie, meins!


Aber wer will denn nun mindestens 50Tausend Shitstorms gegen sich haben?! Also ich nicht. Ich kann halt nur nichts dafür, dass ich Pur früher gerne gehört habe, weil ihre Texte frech und politisch waren, aber dann mit den Jahren und Jahren immer „Mainstream „ und Harmloser wurden. Der Pary Hitmix, hat mir meinen persönlichen Rest gegeben, ich hätte damals nur kotzen können.

Nun ja, natürlich kam das gute Gewissen, obligatorisch im Gewand von „bis der Wind sich dreht“ klar. Ich persönlich wünsche mir in einer Zeit, wo solche Lieder wie „Wir sitzen alle in einem Boot“ oder „Labyrinth“ mehr als Aktuell sind, mehr davon. Und auch der wirklich richtig gute Song „Kein Krieg“ wurde gespielt. Mehr davon! Aber leider…nein!
Nun ja, erfrischend war Bülent Ceylan, der mit Hartmut zusammen proformte und ihm bei „ ein graues Haar“ mein Hass Lied schlechthin, da es IMMER aber auch IMMER auf den Konzerten gespielt wird, Hartmut eine Blonde Langhaar Perücke aufsetzte und ihn ab und an zum Lachen brachte. Endlich mal was Spontanes in einer durchweckt viel zu perfekten Show!

Der Auftritt von Daniel Wirtz war unfassbar emotional aber viel zu kurz. Nur ein Lied, dann war er wieder verschwunden. Schade, wir hatten uns mehr gewünscht.

Nun ja, eine perfekte Show mit super tollen Effekten, Glitter und Glimmer von der Decke.
Sauer war ich über die ganzen Leute vor mir, die mit ihren Handys mitfilmten. Ich finde das echt kurios. Man kann dieses Konzert später auf DVD kaufen oder auch auf Sky sehen. Ich würde doch nie im Leben, live auf einen kleinen Bildschirm starren, wenn die Künstler oben auf der Bühne spielen. Vielleicht für einen kurzen Moment, für ein Foto, nicht mehr. Ich für meinen Teil hatte mein Handy aus, das mache ich immer bei Dingen, die mir wichtig sind.
Ich muss das nicht mitfilmen, selbst Fotos haben ich gar nicht gemacht.

So vergingen die Stunden wie im Flug. Über drei Stunden Musik. Mit den Menschenmassen ließen wir uns dann nach draußen tragen. Wir hatten einen recht langen Weg, zurück zum Parkplatz. Meine Füße brannten. Wir waren erst einmal total glücklich am Auto zu sein. Aber wir warten und warteten. Kein Auto bewegte sich von ihm weg. In der Ferne hörten wir Krankenwagen und Polizei. Nach etwa zwei Stunden bewegten sich dann einige Autos langsam. Schritt für Schritt, und wieder 10 Minuten Stillstand, warten. Langsam aber wurde es mehr, und nach so langer Zeit schienen einige die Nerven zu verlieren, wollten nun unbedingt erste sein, drängelten, hupten. Ich ärgerte mich darüber maßlos, das gleichzeitig vier Wagen in die Lücke vor uns wollten.

Dann reichte es mir. Ich kurbelte die Scheibe herunter, schaute mit den Autofahrern an, die auch alle ihre Scheiben geöffnet hatten. Dann meckerte ich los: „Sagt mal, geht es hier noch?? Gerade habt ihr alle noch mitgesungen, Achtung und Respekt, und jetzt könnt ihr nicht mal dem anderen eine Lücke freimachen, kommt es jetzt auf 3 Minuten weniger an??!!!!

Holla, das hatte gesessen. Schwups, wurde Platz gemacht. Alles half nicht, es zog an den Nerven meiner Tochter, die eben erst ihren Führerschein gemacht hatte. Ich bot an, weiter zu fahren, aber sie wollte nicht. Dann wurde der Motor Heiß und heißer und der Ventilator sprang geräuschvoll an. Ich bemerkte die aufkommende Panik bei meiner Tochter und sagte ihr : „ Du fährst jetzt an die Seite, machst den Wagen aus, die Motorhaube auf und wir warten jetzt, bis alle von diesem Parkplatz runter sind. „Sie tat es. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn meistens tut sie nicht was ich sage, diesmal dann schon. Aber als wir nach etwa 40 Minuten den Motor neu starteten, war das Geräusch immer noch da. Da ich keine Ahnung von Autos habe und unser Weg über die Autobahn Richtung Dortmund führte, wollte ich kein Risiko eingehen. Der ADAC musste her, vor allem damit Sicherheit bestand, was nun zu tun sei. Auf der Autobahn stehen zu bleiben, das Risiko wollen niemand eingehen, dann lieber auf einem riesengroßen Parkplatz warten.

Tja…was soll ich sagen. Gut das wir drei waren, gut das noch zwei weiter Frauen mit einem defekten Auto uns  Gesellschaft leisteten mussten…denn wir warteten geschlagene drei Stunden und drei Anrufe auf den ADAC. In der Zeit hätten wir an der Nordsee sein können und auch die Hilfe für die beiden Frauen, die aus Köln kamen, waren schneller da, als der ADAC.
 ( Ja, meine Tochter ist Mitglied dort )

Nach dem zweiten Anruf und unsere Aussage, das hier drei Frauen auf einem einsamen Parkplatz in der Kälte stehen, sagte man uns, dass es weitere Gestrandete auf den Parkplätzen rund um die Veltins Arena gäbe, dass es deswegen dauern könne…

Die zwei weiteren Damen verschwanden dann auch und wir waren alleine. Unheimlich war es, aber wenigstens beleuchtet. Ich beobachtete eine Rote Katze, die einfach so auftauchte, sie suchte scheu nach fressbaren, sah dünn und abgemagert aus. Wo sie wohl herkam? Weit und breit wohnt da ja niemand….es wurde nebliger und kühler, alle frohren nun. Ich pinkelte kurzerhand einfach hinter das Auto, wo auch sonst??  Ich hatte nicht den Mut, den Wagen mit meinen zwei Mädels weit zu verlassen. Meine Füße taten nicht mehr weh, ich merkte sie einfach nicht mehr, es war nun einfach zu kalt und sehr feucht.

Meine Älteste malte sich schon aus, wie wir denn nun nach Dortmund kämen, geschweige denn zur Küste zurück und was denn so ein Taxi nach Dortmund für ein Vermögen kostet…ich sagte nur: Wir stellen uns hier gar nichts vor, denn das steht dann auch vor uns, sondern wir gehen jetzt vom Besten aus und alles andere kommt, wie es soll.


Um etwa 4.40 dann kam ein netter Herr vom ADAC mit einem großen Abschleppwagen.
Der gute Mann überlegte uns abzuschleppen, ich sprach mit ihm. Während wir uns unterhielten erlöschten auf dem Parkplatz die Lichter, es wurde stockfinster.  

 Ich atmete tief ein, gut das der jetzt da war.  Glück im Unglück, denn schon vor einiger Zeit tauchten immer wieder am Rande komische Gestalten auf und schauten nach uns.
Das hatte mir ein bisschen Sorgen gemacht, aber da ich gerade vor nur einer Woche eine wilde Kuh in die Flucht getrieben habe, hätte ich es auch mit diesen Gestalten locker aufgenommen...Abrakadabra…haha…

Der ADAC Mann fand aber eine sehr gute Lösung, da weder der Motor, noch der Kühler beschädigt waren. Er machte uns den Vorschlag einige Kilometer vor uns her zu fahren. Sollte der Motor wieder warm werden oder irgendwas sonst sein, sollte meine Tochter aufblenden. Dann würde er uns abschleppen. Wäre nichts, so könnten wir getrost nach Dortmund zurückfahren und sogar zur Küste rauf. Genauso taten wir. Und- es passierte nichts, eher im Gegenteil, der Motor blieb kühl.

Um genau 6 Uhr fielen wir bei meiner Schwiegermutter, im ehemaligen Kinderzimmer meiner Tochter, welches heute Gästezimmer ist, in das Bett. Ich schlief schlecht, träumte und mir war irre kalt. Ich stand um 8 wieder auf, deckte meine jüngste noch mit meiner Decke zu und lies sie noch schlafen. 

Wärend meine Tochter noch schlief, erfuhr ich folgendes;

Meine Schwiegermutter, deren Haustürschlüssel wir hatten, damit wir in die Wohnung kamen, wurde um etwa halb ein Uhr Nachts geweckt. Sie war auf dem Sessel eingeschlafen und da an der Haustüre sich das Licht anschaltete, dachte sie, wir seien es.
Ihr wurde plötzlich klar, das sie ihren Schlüssel gar nicht aus dem Schloss gezogen hatte, so hätten wir die Türe nicht öffnen können. Sie zog den Schlüssel schnell raus und fragte durch die geschlossene Türe, ob wir es seien. Keine Antwort. Nichts. Sie öffnete die Tür und niemand war da! 

Wäre das nicht gewesen, hätten wir noch länger vor der geschlossenen Türe gestanden und nur mit langem Klingeln hineingekommen. So hatte ein guter Geist sie erinnert, daran zu denken, ihren Schlüssel herauszuziehen! Spooki...


Gegen 10 machten wir uns zurück auf den Weg zur Küste, aber jedes Mal wenn der Verkehr dichter wurde, starrten wir beide auf den Temperatur Anzeiger, der ab und an wieder ziemlich hohe Werte anzeigte. Aber immer, wenn wir der Meinung waren, jetzt müssen wir auf den Parkplatz oder abfahren, da löste sich der Stau und wir konnten weiter. 

Glücklich, übermüdet und völlig geflasht, kamen wir zu Hause an. Und als meine Tochter oben schlafen ging, da habe ich in den Armen meines Mannes erst einmal eine Runde geheult, denn die ganze Anspannung hatte dann doch ihre Spuren hinterlassen.
Am Nachmittag schrieb ich eine Mail, an den Tierschutz Gelsenkirchen, berichtete ihnen von der Katze und bat sie, auf Parkplatz E einmal bitte nach zu sehen. Ich hoffe, dass sie das auch tun werden…



 
Am nächsten Tag, wollte ich mich bei meinen Töchtern entschuldigen, es sollte doch so ein unvergesslicher Tag werden…“ Ist er doch Mama, sagten beide…ist er doch, denn davon werden wir noch in vielen Jahren erzählen…weißt du noch, als wir die Nacht auf dem Parkplatz an der Arena auf Schalke verbracht haben….“

Dienstag, 29. August 2017

Witch Camp - Santeria Ritual


 
Waaaas??? Schon wieder vorbei???

Eigentlich kann ich es gar nicht glauben, nach all der Vorfreude! Da fiebert Frau wochenlang auf das Witch Camp hin , bereitet vor, tut und macht und schwups…vorbei!




Natürlich war es wieder einfach zauberhaft, Wetter passte und alles andere auch…wobei das Wetter wirklich das Wichtigste war! *DANKE* an die Wettergöttinnen!




In diesem Jahr hatte ich selbst keinen Part, denn der komplette Samstag stand im Zeichen der Kubanischen  Göttin Yemaya.




Yemayá (andere Schreibweisen u.a. Yemanjá, Yemoja, Iemoja) ist in der Religion der Yoruba, in der kubanischen Santeria und im brasilianischen Candomblé die Göttin (Orisha / Orixá) des Meeres und der Mutterschaft. Sie wird daher häufig als Wasserfrau dargestellt, und repräsentiert z.B. in Brasilien das Salzwasser des Meeres. 






Sie ist Mutter der gesamten Menschheit, ist Hüterin des Heimes und Schutzpatronin der Seefahrer. Große Festlichkeiten zu ihren Ehren werden am Meeresstrand zelebriert. Um ihr zu danken, Wünsche an sie zu richten oder ihr zu huldigen, werden in Brasilien traditionell Blumen, Düfte oder andere kleine Gaben an das Meer geschenkt. Entweder vertraut man die Gaben am Ufer des Meeres den Wellen an, oder man fährt mit dem Boot hinaus und legt diese ins Wasser.










Die wörtliche Übersetzung ihres Namens stammt aus dem Yoruba Yèyé omo ejá und bedeutet ‚Mutter der Fische‘. Deswegen durften wir am Samstag, der übrigens auch ihr geweiht ist, keinen Fisch essen. Was wir natürlich auch nicht taten. Sonst wäre sie sehr erbost gewesen. Yemayá gilt als eine der wichtigsten Orishas auf Kuba.



Selbstredend hatten wir eine Santeria Priesterin als Leiterin des Ritualtages eingeladen. Welch ein Glück, das sie eine ehemalige Schülerin von mir war und mittlerweile eine sehr gute Freundin/ Hexenschwester ist. Antonia hat in Brasilien und Kuba gelebt und ist dort ausgebildet worden. Sie ist Santerra und Spiritista (Medium).




Sie führte uns zu verschiedenen Ritualstationen von den Ahnen, hin zu Yemaya. Ihre Farben sind (Hell-)Blau und Weiß, ihr Metall ist Silber. Ihre Anhänger tragen dies daher oft in ihrer Kleidung oder als Schmuck.

Und dem kam die Frauengruppe in ihrer Wahl der Kleidung auch nach. Denn die Regeln zum Kontakt mit den Orishas sind streng, die Vorgehensweise vorgegeben und erfordert Disziplin und meist auch viel Opferbereitschaft der Protagonisten. Das hat eine jede Teilnehmerin auch gefühlt und wurde dafür mit dem Segen Yemayas beseelt.



 Über unsere Ahnen gelangten wir dann zu einer weiteren Station, einer Reinigungszeremonie.

Im Vorfeld hatten wir schon von Antonia eine Liste von Dingen erhalten, die eine jede mitbringen sollte, vor allem Opfergaben an die Ahnen, Opfergaben für das Reinigungs und Segnungeritual und natürlich für Yemaya selbst. Auch die Kleidung war vorgegeben. Einige Frauen waren deswegen erst ein wenig zurückhaltend, aber schon als wir alle mit weißen Kleidern und blauen Tüchern zusammenstanden, fühlten wir, dass dies zur Veränderung und Einstimmung sehr dienlich war.  Yemaya war alleine durch die Santeria Priesterin schon sehr nahe und mit jeder Vorbereitung, jeder Station kamen wir ihr ein wenig näher…..





 Alles wurden tanztend auf den Altar für Yemaya gestellt und tanzend ging es weiter. Wellen, Sturm, Wasser, Quelle, Mutterschaft, Mutterliebe, das rudern der Seeleute…und wieder die Wogen des Meeres, das Wiegen des Kindes..…all das verkörperte dieses Ritualtanz, all das verkörpert auch diese Göttin.


Wir tanzten und tanzten, Schweiß hatten wir wohl alle auf der Stirn. Dann wurden die Kerzen für Yemaya von uns besprochen, mit Wünschen und Segen, in der Hoffnung, das Yemaya uns ein Zeichen gibt. Wir hatten erst Bedenken, ob unsere Kerzen auch an bleiben, es war doch recht windig an der Linde. Und tatsächlich musste ich einmal alle Kerzen neu entzünden.



 Wir gaben nun den Altar für die Kraft der Meergöttin frei und machten eine Pause. Das Essen wurde geliefert und so aßen alle erst einmal. Als die erste nach dem Rechten am Altar schaute rief sie uns andere dazu, denn siehe da, die Kerzen waren zu einem großen Ganzen verschmolzen und brannten mit einer enormen Energie!

 Alle standen drum herum und betrachten ehrfurchtsvoll das Schauspiel. Unsere Wünsche an Yemaya wurden erhört und sie schien mit den Geschenken zufrieden zu sein. Nach einiger Zeit wurde das Feuer gelöscht und die Gaben nochmals mit Sirup und Maismehl gesegnet.

Nach dem reinigen, was ja auch in den hiesigen Traditionen eine große Rolle spielt, stellten wir nun die Gaben für Yemaya zusammen. Und eine jede Frau trat mit ihrer Schüssel voller Opfer den Tanz zum Ritualplatz, quer durch unseren Garten an….was für eine Energie!
Das hintanzen  könnt ihr als kleinen Fim auf meinem Instagram Akount sehen!
Rituell im Gesang und Tanz zu einem großen Paket verschnürt und wiederum tanzend und singend zu einen der Autos getragen. Zum Meer ist es bei uns ja nicht weit. Und einen kleinen Sandstrand, der etwas abgelegen ist, den gibt es auch. Dort fuhren wir hin.








Natürlich waren wir dort nicht alleine, das kann man eben in der Urlaubszeit auch nicht erwarten, aber in einer großen Gruppe voller lachender und singender Frauen hatte niemand ein Problem damit und wir wurden in unserem tun nicht gestört. Singend wanderten wir in das Meer, ganz langsam. Wunderbar erfrischend schien es, wie als ob es auf uns warten würde.


 Etwa bis zur Hüfte gingen wir, ganz langsam mit dem Geschenk, wiegten es in den Wellen und sangen das Lied für Yemaya. Dann wurde losgelassen. Und ich hatte das Gefühl, eine Hand würde sich danach ausstrecken…

Ein paar Minuten standen alle still, lauschten und schauten nur…dann ablaudierten wir. Yemaya war geehrt und beschenkt worden. Unsere Arbeit war nun vorbei.

Und erst danach, als wir noch schwatzend am Strand standen, kam eine junge Frau auf mich zu, um zu fragen, was wir denn da getan hatten. Wir erklärten und sie hörte gebannt zu. Kein einziger der Männer hatte sich getraut zu fragen, nein, eine junge Frau, die hatte kein Problem damit…und wer weiß, was wir damit in ihr ausgelöst haben.


Wir fuhren zum Hof zurück, zogen trockene Kleidung an und unterhielten uns. Der Abend war schnell da und auch ein wenig Regen. Aber das Zelt war groß und bot genug Platz für alle. Es wurde noch getrommelt und gesungen, bis auch die letzten die Müdigkeit überkam….



Ein sehr kraftvolles und magisch sehr intensives Wochenende war es, an dem wir alle viel dazu lernen durften. Mal über den Tellerrand schauen, andere Magie weben, das war schon richtig gut. Ob nun Yemaya oder Sedna oder Ran. Ganz gleich. Wir haben miteinander Magie ausgeübt und gewebt, gelacht , getanzt und vor allem, ganz besondere Erfahrungen dabei machen dürfen. Viel ist in der ein oder anderen los und ausgelöst worden.

Danke nochmals den tollen Frauen und meiner Ritualleiterin! Denn wir haben alle ein wenig für die Heilung der Frauen beigetragen, denn auch das war Thema an diesem Wochenende….