Samstag, 25. Juni 2016

Schutz vor Gewitter durch Wetterpflanzen




 „Pflücke bei Gewitter  Hartenaue (Johanniskraut), 
dass sich das Gewitter nicht staue“

Solche und ähnliche Zauber- Sprüche sagte man auf, die man vor Beginn eines aufziehenden Gewitters ausrief. Bei Gewitter warf man sogenannte Wetter- Kräuter ins offene Feuer.
Dies sollte gegen Blitz und Unwetter schützen. Es gab bestimmte getrockneten Wetterpflanzen, wie Johanniskraut, Beifuß, Königskerz, Eisenkraut, Gundermann oder Rainfarn, welche man dann ins Herdfeuer gab oder auf eine Räucherpfanne legte und zu den alten Göttern betete.

Quelle Butjadingen Impressionen
Das Räuchern war ein wichtiger Bestandteil des Wettersegens, den die Menschen durchführten. Sie waren auf Ihre Ernte und damit auf die Versorgung durch den Winter angewiesen. Ein Gewitter konnte die ganze Ernte vernichten, den Hof entzünden und somit für Hunger, Leid und Tod herbeiführen. 

Man fürchtete die Zeit der Gewitter und Hagelschauer, welche etwa um Juli/August am häufigsten zu verzeichnen waren und immer noch sind. Heute haben wir leider schon viel früher mit starken Unwettern zu kämpfen, damals eher im Hochsommer. Da finden wir auch die alten Traditionen des Kräuterbuschens wieder. 

Der Kräuterbuschen hat uralte magische Tradition, die , wie bei allen heidnischen Rtiualen, im Gedächnis des Volkes blieben und nicht einfach zu unterdrücken waren, Christlich überdeckt wurden.

Bei manch einem Kräutlein kann man durch seinen alten überlieferten Namen nach, auf seine Verwendung als Wetterpflanze schließen, wie beispielsweise dem Johanniskraut oder auch Hartheu genannt. Eine magische Pflanze fürs "Wetter machen". Damit haben die Schamaninnen ihren Wetterzauber betrieben.

Sobald ein Unwetter drohte wurde es mit einem Wetterzauber verbrannt und somit Unheil von Haus und Hof abgewendet. So hat sich bis heute die Königskerze den Beinamen Wetterkerze erhalten, weil sie in keiner Schutzräucherung vor Gewittern fehlen darf. Auch das Odinskraut, die Gundelrebe sollte die Wettergeister milde stimmen.

In vorchristlicher Zeit war der Haselstrauch dem Gott Donar geweiht, deswegen galt er als Gewitter abwehrend. 
Späne von vom Blitz getroffenen Bäumen, schützen als Amulett getragen vor diesem. Auf dem Hof wurden besondere Pflanzen zum Schutz vor Unwettern gepflanzt, z.B. Hasel- und Nussbäume, Hauswurz und schwarzer Holunder.

Hier in Friesland wurde grünes Holz mit starker Rauchentwicklung verbrannt, bspw. Hasel, Weide, frische Blumen , Birken- und Eichenzweige. 

Vermischt mit Fichtenharz, ist dies auch heute eine gute Räuchermischung gegen Unwetter, die ich gerne nutze, allerdings sollte man es nur in großen Räumen verräuchern , im Stall oder unter dem Dach oder gleich draußen, da die Rauchentwicklung wirklich enorm ist. 

Diese speziellen Wetter Kräuter Büschel wurden  unter dem Dachfirst aufgehangen, beispielsweise als Blitzschutz, wie die Dachwurz, die ihren Namen daher hat. Oder aber auch der genannte Kräuterbuschen mit vielen unterschiedlichen Wetterkräutern.
Wenn ein Gewitter nahte, konnte man davon etwas verbrennen. Diese sogenannten Wetterpflanzen bauen damals wie heute Spannungen in der Luft ab.
Das Sammeln und die anschließende Verwendung von bestimmten Wetter Pflanzen zu magischen Zwecken ist wohl so alt wie die Menschheit selbst.

Leider sind die meisten dieser Rituale, fast vergessen oder in frühen Zeiten verboten  worden .Viele dieser heidnischen Wetterzauber wurden verboten, durch  "das Vater unser oder das neue Glaubensbekenntnis "ersetzt worden. Oder es wurden  Gebete, anstatt die alten Götter Anrufungen und Zauber aufgesagt.

Was für unsere Ahnen ganz selbstverständlich war, geriet fast in Vergessenheit. Damals wurden Kräuterbüschel und Kräuterpuppen gebunden oder geräuchert, um Haus und Hof vor Unwetter und Blitzschlag zu schützen und für Mensch und Tier Gesundheit zu erhalten und zu bewahren.
Ganze "Kräutermütter "wurden mit einem dreifach Zauber belegt, um sie bei ganz schlimmen Unwettern, Überschwemmungen und Kälteeinbrüchen im Hoffeuer den Göttern zu opfern.


Dazu wurde in Ehrfurcht morgens bei Sonnenaufgang nüchtern, manchmal nackt und barfuß, jede einzelne Pflanze beim Abbrechen mit einem Zauberspruch angesprochen, um sie an ihren Dienst gemäß der ihrer Zauber- Kräfte zu erinnern.

Die Standorte an denen wir in der modernen Zeit, diese Pflanzen überwiegend finden, sind eher „schwierige“ Plätze. An Straßenrändern, Bahndämmen oder unter Strommasten. Es mutet seltsam an, aber sie wachsen eben da, wo sie die Spannung ausgleichen können. 

Wie damals, so können auch heute die Eigenschaften dieser Wetter Pflanzen zum Abbau von Energetischer und Elektromagnetischer Spannung benutzt werden. Durch eine Räucherung mit Rainfarn, Johanniskraut, Gundelrebe und Königskerze wird die Atmosphäre entspannt.




Donnerstag, 23. Juni 2016

Sonnenwend Ritual

Sonnenwende, Litha oder Mitsommer….

Für mich bezeichnen diese Namen einen Zeitraum, der längsten Tage und kürzesten Nächte. Es ist die Zeit des Sommers und die der Heiligen Hochzeit. Diese Feste feiere ich, wenn meine innere Stimme es mir sagt, wenn das Gefühl zu ihnen stimmt und wenn auch das Wetter mitspielt
Leider regente es am 21. Juni und auch die Mondin war nicht zu sehen, vom Wind ganz zu schweigen..... Gestern aber war es warm, fast windstill und einfach eine Nacht, wie gemacht um das Ritual der Sonnenwende zu begehen und die Götter zu ehren…
Mehr als früher noch, seit wir hier mitten in der Natur leben, bin ich der Meinung das diese heiligen Feste gefühlt werden sollten. Kalender haben sich reformiert, über Jahrtausende geändert aber Naturenergien und den richtigen Zeitpunkt bestimmen keine Daten, sondern unser Gefühl zu dem jeweiligen Fest. Die Sonnenwenden und andere Feste sind eine natürliche Zeitspanne…alles andere ist für mich zu Dogmatisch.

So bereiteten wir gestern Nachmittag alles vor, streuten das Jahresrad mit seinen acht Speichen mit Mehl aus und dekorierten alles mit ganz vielen Rosen und Blumen. Und wärend ich so dekorierte, alles an seinen Platz stellte, bereitete ich mich innerlich auf diese Nacht vor, die sicherlich lang sein könnte….

Wir aßen in Ruhe zu Abend, wärend wir auf die Dämmerung warten. Es gab frischen Salat, gefüllte Pilze und Tomate Mozzarella mit Brot. Nicht gerade ein Traditionelles Essen aber was soll´s ….

In der Dämmerung zündeten wir das Feuer an, mit einem Segensspruch ehrte ich den Osten, die Luft, den Westen, das Wasser, den Süden, das Feuer und den Norden, die Erde. Begrüßte die Göttin und den Gott und die Wesen des Ortes. Räucherte Weiden Rinde mit Fichtenharz. 

Am warmen Feuer und im Schutze der Dunkelheit begehen wir zu zweit unsere Heilige Hochzeit, rufen Gott und Göttin, stellen sie da in diesem Augenblick. Begehren uns  und heiligen die Natur in diesem Moment….

Zum Abschluss springen wir gemeinsam über das Feuer, gesegnet und gereinigt. Dann verabschiedete sich Chris. Es war für ihn ein viel zu langer Tag. Es war schön ihn bei mir zu haben, diese Uralte Kraft der Vereinigung miteinander erleben zu können.

Ich setze mich greife zu meiner Trommel und hörte plötzlich Stimmen. Ungewöhnlich, hier bei uns, es war Mitternacht! Ich schaue mich um, und bemerkte in weiter Entfernung junge Leute, mitten auf dem Feld um eine Feuerstelle sitzend. 

Lachend und erzählend genossen sie die Nacht. Ich schaue und bemerke weitere Radfahrer die in Richtung des Feldweges fahren. Es sind junge Leute, fröhlich und lachend.
Wo gibt es das noch, das Schulabgänger sich draußen auf dem Feld an einem Feuer treffen, um gemeinsam die Nacht zu begehen??! Vor gut 30 Jahren war ich ähnlich drauf, mit meinem Mann und damaligen Freunden waren wir auch nächtelang in der Natur unterwegs…
Ich beschloss die Stimmung auf mich wirken zu lassen, setzte mich an das  Feuer und begab mich auf meine ganz eigenen Reise….

überall um mich herum knisterte und kramte es, ich bin nicht alleine in der Nacht…die Mondin steht  riesig und immer noch Erdbeerrot am Himmel, ein wenig hatte sie ihre Rundung eingebüßt aber nicht viel. In weiter Ferne hörte ich leises Lachen und sehe den Schein des Feuers auf dem Feld. 
Die Frösche in den Gräben fangen an ihr Lied zu quarken. ich sitze einfach nur da und darf "sein"...
Ich genieße die Milde der Nacht und kommuniziere mit meinen Spirits, schüre das Feuer und Räuchere…ich höre das Käuzchen rufen und die Füchsin mit ihrem heiseren Bellen ihre Jungen rufen…ein Igel schmatzt unter mir am Platz ..dann wird das Feuer weniger und ich werde müde.

Irgendwann, es muss in den frühen Morgenstunden sein, gehe ich rein. Gegen vier am Morgen, wecken mich die Katzen, weil sie nach draußen möchten. 

Ich habe das Gefühl, ich sei gerade erst ins Bett gegangen. Ich öffne die große Stalltüre, genieße den Sonnenaufgang und den Tagesanbruch. Dann höre ich die leisen Stimmen wieder, die Jugendlichen sind immer noch da, dort hinten am Feuer sitzen sie.
Toll, meine Hochachtung für das Durchhaltevermögen.  

Ich begrüße den Sonnenaufgang und lege mich dann wieder schlafen….

Montag, 20. Juni 2016

Ewige Erreichbarkeit…???


Das gab es damals in Dortmund nicht. Ich war nicht immer zu erreichen. Ausschließlich in den Hexenladen Öffnungszeiten, für meine Kunden und Klienten, nur für meine Schülerinnen war ich immer da. Die bekamen auch meine private Rufnummer. Mails im Virtuellen Postfach, die holte ich auch an Wochenenden und Feiertagen ab, aber beantworten tat ich sie meist dann in meiner „Arbeitszeit“ im Geschäft. Ich hatte kein Handy, warum auch?!

Hier auf dem Hof ist das anders geworden. Total. Wir haben nur eine Rufnummer, privat wie geschäftlich. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, nicht mehr immer an das Telefon zu gehen.

Und bei dem Vermerk „Anrufer unbekannt“ sowieso eher selten. Dafür haben wir einen Anrufbeantworter und wer etwas von uns will, der redet darauf.

Naja und dann noch das Handy…naja, mein Handy. Dort gibt es das wunderbare WhatsApp das mich mit meinen Kindern verbindet, mit den Freunden und den Zauberfrauen. WhatsApp ist sehr zeitnah, unmittelbar und einfach ziemlich klasse, finde ich. 

Auf mein Mobil Telefon gibt es noch Instagram, es macht Spaß Fotos zu posten, ohne viel Schreibkram. Und ich mache gerne Bilder.

Aber manchmal, wenn in der Familiengruppe bei WhatsApp rege diskutiert wird, oder auch bei den Zauberfrauen, dann ist mir selbst das zu viel. Dann klinke ich mich aus. Und manche Mails beantworte ich auch immer noch nicht sofort.

Facebook habe ich wohlweislich nicht mobil, will ich auch nicht. Es gibt aber tatsächlich Leute, die sind beleidigt, wenn man ihnen nicht innerhalb von 12 Stunden antwortet. Und die denken, man hat tatsächlich immer und überall Internet und ist IMMER Online…Für mich, ganz ehrlich, wäre es das Grauen! Ich die so viel Wert auf den Persönlichen Kontakt/e legt.

Für mich gibt es eben auch ein Leben ohne Facebook und Co, ich denke nach wie vor altmodisch: Wer eine wichtige Frage hat, der ruft mich an, Festnetz oder auch Mobil.

Wichtige Dinge sollte man, meiner Meinung nach, persönlich besprechen. Aber der Trend geht dahin, dass mir Leute ihre Probleme via Facebook oder Mail schreiben, in langen Romanen. Ich frage mich immer, wie man einem eigentlich wildfremden Menschen, in diesem Falle ja ich, so persönliche Dinge schreiben kann??! Ich finde das seltsam, wenn ich jemanden suche, der mir helfen soll, mit dem rede ich zu mindestens am Telefon.

Wie gesagt, ich bin da vielleicht altmodisch…keine Ahnung. Auch machen sich Menschen kaum noch die Mühe zu hinterfragen. Ist dieser Mann, dieser Frau, dem ich gerade meine Probleme schreibe, überhaupt kundig genug, welche Referenz hat er oder sie? 

Ein paar schöne Worte und ein Großes Maul, viel „selbst Beweihräucherung“, unter anderem auf Facebook, oder auf der Homepage,  reichen schon aus, das die Menschen glauben, dass da  eine kompetente Hexe , ein wissender Schamane hinter steckt….sind die Leute tatsächlich sooo naiv??!

Ich bekomme über WhatsApp Fragen, ohne das der Absender ein Hallo oder einen Namen drunter setzt. Als ob ich wissen würde, wer das ist….na klar, als Hexe MUSS man das natürlich!

Ich schreibe dann immer“ bitte persönlich anrufen.
„ Es ist eine Schnelllebige Zeit, wo auch die Menschen mit ihren Problemen anscheinend „hausieren „ gehen (wollen)….ich weiß auch nicht. Ich finde es erschreckend…

Genauso bei Lebensberatungen und Orakel Legungen. Ich benötige einfach den unmittelbaren Persönlichen Austausch. Die Schwingung meines Gegenübers muss ich fühlen und das funktioniert nicht mal eben so. 
Das geht schlecht telefonisch und schon gar nicht via Mail. Eine normale Kartenlegung natürlich schon, aber ich arbeite anders. Ich arbeite mit den Geistern von mir und meinem Gegenüber. Aber das ist hier nicht das Thema.

Heute aber habe ich eine „Zwangspause“ und wer weiß, vielleicht sogar die nächsten Tage.
Kein Internet, kein Festnetz, kein WhatsApp oder Instagram. 
Tja.
Was ist passiert?


Die hiesige Firma, die im Auftrag der Gemeinde, die Wiesen an den Wegesrändern schneidet, hat mal eben die Oberland Leitung durchtrennt. ….“Wusch“….da hat´s gefunkt und war passiert. Nichts geht mehr. Sauberer Schnitt. Von der Welt abgeschottet…Medial tot…

Telefon und Internet waren sofort tot. Und natürlich auch das EC Karten Gerät im Laden. Na super! Die Telekom(a) verspricht Hilfe…aber heute ist SAMSTAG! ….

Wenn ihr das lesen werdet, ist alles wieder gut, aber noch weiß ich es nicht, wann das sein wird.
Das Kabel muss neu gezogen werden. Das ist das Pech, wenn man so weit draußen wohnt, wie wir. In der Stadt gibt es sowas nicht. Zwangspause von Facebook und Co…nun ja, meinen Zauberfrauen und vor allem meinen Kindern habe ich per SMS Bescheid gesagt. Und ich kann nur hoffen, dass die Leute, die uns über Festnetz erreichen wollen, es nochmals über die Mobile Nummer versuchen.

Erst habe ich einen wirklichen Schrecken bekommen aber dann habe ich mir gedacht: Du kannst es nicht ändern, du kannst nur der Telekom vermitteln, dass es dringend ist und dich dann auf die guten Geister verlassen.

Was hilf es sich darüber zu ärgern?! 
Gar nichts. Es ist passiert. Eine Tatsache.

Wer mich erreichen will, kriegt das hin, es gibt ja Handy. Wer eine Antwort will, muss sich über Mail gedulden und Facebook an sich, das ist eher nebensächlich.

Karten Zahlung?! Gut das ist eher
 etwas unschön aber nicht zu ändern…
Und ich? Nun es gibt halt auch ein Leben ohne Internet und Co…für ein paar Tage jedenfalls….
Es hätte ja auch eine Krankheit sein können, die mich Pausieren lässt oder ein Unfall….oder.. oder.
Dann lieber so. Das wird schon wieder…

und wie ihr lesen könnt, bin ich auch schon wieder mit der Online Welt verbunden....also alles Gut!


Montag, 13. Juni 2016

Wo Meermagie und Frauenkräfte walten....


Sei frei, wild und wunderbar!!!!!!!
Ja so könnte ich das letzte Wochenende betiteln. Noch jetzt, wo ich dies schreibe und mich versuche „Rück-zu-erinnern“ fühle ich den Rhythmus der Wellen, die neben uns ans Ufer schlugen, fühle den leichten Wind im Haar und die Trommel in meinem Körper….das Salz auf meinen Lippen….



Ich sehe diese wunderschönen weis gewandelten Frauen, mit ihren Blumenkränzen im Haar und den Körben und Trommeln an der Hand. Sie wandern Richtung Meer und habe das Gefühl , ich befinde mich in einer ganz anderen Zeit…
Alles ist locker, gelöst, ja lustig aber dennoch kommt eine fast schon heilige Stimmung auf, als wir uns auf unsere mitgebrachten Decken setzen. Die bunten Blumen der hohen Wiesen um uns herum und das Meer direkt neben uns, lassen jedes überflüssige Wort verschwinden….


Hier benötigt es kein großes Ritual, hier sind alle Elemente vereint, ist die Lebensspendende Muttergöttin ganz nahe bei jeder von uns.
Weiß sind wir alle gekleidet. 

Weiß ist die Farbe der Geister, der Ahnen aber auch der Wasserwesen. Mit unseren Kränzen, die wir am Mittag gebunden haben, auf den Köpfen, ist eine jede wunderschön!  Eine der Zauberfrauen hat Tonerde mitgebracht, selbst gesammelt.

Wo wir uns sonst mit rotem Ocker der Göttin weihen, tun wir es heute mit weißer Tonerde. Der Tiegel mit dem Gemisch aus Erde und Meerwasser wird herumgereicht und eine jede segnet sich damit. Auch Hände werden bemalt und der Halbmond auf der Stirn schimmert weis. Wir sind eins, ein Kreis aus Hexenschwestern.


Das Wasser erreicht seinen Höchststand um kurz nach sechs am Abend. Es ist mild und auch der Wind, hier direkt am Meer, hat ein einsehen. Kaum ein Mensch weit und breit. 




Und wenn doch, so kümmert es uns nicht. Wir sind eingebettet im großen Ganzen der Natur und selbst die Vögel lassen sich von unserem Trommeln nicht beeindrucken. Nicht mal einer fliegt auf.
Die Räucherschale geht um. Eine der Frauen hatte eine Bitte, es wird verabschiedet. Gute Wünsche in Blumensträuße gegeben. 

Wir trommeln und dann verbinden wir uns mit den Zyklen des Meeres, der Erde und der Luft. Kraft atmen, Stress loslassen….in einem kurzen Moment befinden wir uns zwischen den Zeiten…..
Ganz langsam stehen wir irgendwann auf, gehen ein paar Schritte zum nahen Meer, um es zu ehren. Blumen und unsere Kränze werden in das Wasser geworfen, mit guten Energien für das Wasser. Es ist Leben und Kraft!
Wir singen mit dem Wind, der langsam stärker und kälter wird.

„Abendwind-Seelenlied
Sing für uns in der Dämmerung
Mutter Erde weckt mich auf
Mit dem Herzschlag ihrer See“

Wie lange vor uns, die Sirenen, trägt der Wind unseren Gesang weiter, so das ein Segler auf seinem Weg in unsere Richtung fährt. Was muss er wohl gedacht haben?! 
So viele weis gewandelte Frauen, deren Kleider im Wind wehen, barfuß singend am Meer….ich fühle mich in eine ganz andere Zeit versetzt, denn auch der Schoner sieht nicht unbedingt modern aus…

Aber als wir uns langsam umdrehen, nimmt auch dieser wieder neuen Kurs….seltsam. Auch das er unter der Flagge der Niederländer fährt. Wir winken ihm zu.

Und so packen wir langsam ein und wandern durch die Salzwiesen zurück, als wir dann doch ein paar erstaunte Augenpaare hinter uns lassen…


immer wieder hatte ich das Gefühl in einer anderen Zeit zu sein, das Gefühl von Erinnerung…
aber das muss man Erleben, ich kann es nicht in Worte fassen. Und nicht nur ich habe es so empfunden.

Auf dem Hof gibt es Abendessen und alle ziehen sich um. Danach sitzen wir noch ein wenig am Lagerfeuer, trommeln für die Elemente Luft, Feuer, Wasser, Erde. Singen und haben Spaß. Bis der Regen dann doch kein Mitleid mehr hat und wir gegen 24 Uhr in die Betten fallen….

Am Vormittag hatten wir alle noch Kräuter gesammelt aber auch selbst noch welche mitgebracht. 

So das genügend da waren für unsere Kränze aber auch für Räucherbündel. 
Ich zeigte den Mädels, welche Möglichkeiten es gibt, Räucherbündel herzustellen. 
So saßen wir unter der alten Kastanie und genossen den wunderschönen Vor und Nachmittag , inmitten von duftenden Kräutern….



Sehr gemütlich und das Wetter war mal wieder ganz mit uns...
Am Sonntag dann besuchen wir die Galerie am Wehlham, nur 5 Minuten von uns entfernt. 
Eine Ausstellung mit alten Göttinnen dürfen wir uns ja nicht entgehen lassen. Als wäre sie extra für uns dahin gekommen! Wir wurden so unglaublich freundlich empfangen und erhalten eine Führung und Erklärungen zum Künstler. 
Wir wurden fotografiert und haben zusammen mit der Galeristin, die am Vortag 75 Jahre alt wurde, doch den ein oder anderen Lacher. Sie schaut uns doch erstaunt an, denn bei der Frage an uns, ob wir uns mit Göttinnen auskennen, kommt ein lautes Ja, fast gleichzeitig von allen Seiten. Wir erklären, was wir tun, wer wir sind. Sie findet uns ziemlich spannend und es wird ein sehr informativer Vormittag.







Alle erwerben noch ein Göttinnen Buch über Ausstellung und wir tragen uns in das Gästebuch der Galerie ein. 

Danach geht es zum Hof. Natürlich wird zum Abschluss nochmals im Hexenladen geschoppt was das Zeug hält, schließlich kommen viele von sehr weit her. Und danach geht es leider wieder in alle Himmelsrichtungen nach Hause….