Dienstag, 26. Mai 2015

Magischer Ausflug am Pfingstmontag

Gerade habe ich das Buch ausgelesen über die heiligen drei Frauen und ihre Stätten, da findet mein Mann einen Ort, der so magisch und kreativ ist, das ich mich dort sofort sehr wohl gefühlt habe. Schließlich möchte ich mich mit den alten Stätten hier in der Umgebung vertraut machen und irgendwie klappt das ziemlich gut.

Rund 45 Minuten von uns , auf der anderen Seite der Weser, da liegt ein magisches Waldstück mit einem Namen, der auf einen alten Kultplatz hinweist: Der Weissenberg.
Nicht wirklich ein "Berg", nein eher ein verwunschener Wald, mit vielen Uralten Eichen und Sandigem Boden voller Flintsteine...
Früher soll auf Weissenberg einmal ein Schloss gewesen sein, mit einer launischen und hartherzigen Herrin, die stets nur auf das eigene Wohl bedacht war. So geschah der Küchenmagd einmal ein großes Missgeschick. Sie ließ beim Putzen einen der silbernen Becher in den Brunnen fallen und berichtete weinend der Herrin von ihrem Unglück. Doch ungerührt verlangte diese von der Magd, den Becher wieder zu beschaffen.
In ihrer Not kletterte sie in den Brunnen und ertrank. Und seitdem erscheint jedes Jahr an ihrem Todestag an dieser Stelle eine weiße Frauengestalt, die den Becher sucht. Bald darauf starb auch die Schlossherrin und wurde in der dortigen Familiengruft beigesetzt. Als man nach Jahren die Gruft öffnete, fand man nur noch einen herzförmigen Stein, der seitdem Herzstein genannt wird.

Eine Sage, die in ihrem Uralten Ursprung und Kern auf den Kult der "Weissen/Weisen Frauen" hindeuten kann. Auch der Kelch und der Brunnen sind sehr symbolisch und natürlich einmal wieder die Umdeutung einer "hartherzigen und Egoistischen Herrscherin"...sicherlich hatte  diese Sage im Kern einmal eine ganz andere Bedeutung....
Aber dieser Ort  noch mehr zu bieten. Es gibt dort eine Dreiergruppe Hügelgräber und ein größeres Einzelgrab. Diese stammen vermutlich aus der mittleren Bronzezeit und sind damit ca. 3000 bis 4000 Jahre alt. Es handelt sich hier wohl um die letzten noch erhaltenen Hügelgräber einer Gruppe von 25 teilweise sehr großen Hügeln. Diese sind kulturhistorisch besonders bedeutsam, weil sie das zuletzt erhaltene Beispiel der Errichtung von Grabhügeln auf den Heideflächen am Rande der Marsch in dieser Gegend sind.  Ende des 19. Jahrhunderts wurde in einem Hügelgrab östlich von Kassebruch ein Bronzeschwert gefunden.
Und immer wieder finden wir rund um diesen Weissen Berg, der Freya oder Venus, auch etwas, was mit Liebe und Liebesgeschichten zu tun hat. Alles deutet für mich auf die Verehrung der Germanischen Freya hin, wenn wir tiefer in die Mythologie dieses Ortes dringen.
Ein Schild dort, trägt folgende Geschichte:

Hexenhaus...???
"... Jakob Illjes stammte ursprünglich aus Sandstedt von einem großen Marschenhof und zog nach einer unglücklichen Liebesgeschichte mit einer entfernten Verwandten des Marschendichters Hermann Allmers in das Ödland am Weißenberg. Dort gründete er die Hofstelle "Wittenborgh". Er starb im Alter von 40 Jahren.
Sein letzter Wille war es gewesen, am Weißenberg mit Blick in Richtung Sandstedt beerdigt zu werden. Seine Eltern ließen deshalb das Mausoleum errichten, in dem sie auch selbst später beigesetzt wurden...." Und die Liebe zu ein und der selben Frau, zog auch einen zweiten Mann zum Weissenberg, auch er siedelte sich unweit an... seltsam, oder?


Ich kam mir fast schon unheimlich heimisch dort vor und als ich auf einem der Hügelgräber stand, wurde mir erschrenkend klar, das es ganz viel Ähnlichkeit mit meinem alten Platz im Schwerter Wald hat. Es liegt auch gegenüber einer Hofstelle mit Pferden und Zaun, genauso ausgerichtet. Selbst die Himmelrichtung sind gleich. Seltsam vertraut kam mir alles vor....

Auch wusste ich sofort, ohne auch nur den Boden näher gesehen zu haben, das es hier viele Feuersteine gibt und das stimmte auch. Jedes der Gräber fand ich wie von selbst, ohne auch nur aufs GPS Gerät zu sehen....
Alles in allem gab es viele schöne Dinge in diesem Wald zu sehen, Kunstwerke, Kreatives, Magisches Überraschendes und viele Uralte und verdrehte Bäume.
Es ist ein Ort, den ich noch weiter erkunden möchte, gibt es sicherlich noch viel mehr zu entdecken. Und natürlich habe ich zwei meiner Venus Figuren dort gelassen. Irgendwie fand ich es dann sehr passend. Es war ein magischer und sehr kreativer Ausflug der mir wieder viele Anregungen gegeben hat.


Samstag, 23. Mai 2015

Das Feuer der Roten Göttin




Eigentlich war es bei der Bestellung ein falscher Klick, wollte ich doch pure Bio Stearin Kerzen haben. Aber da standen sie nun vor mir, Glaskerzen…Ein wenig verdutzt schaute ich schon in den Karton. Wer seid denn ihr bitte??!! Ich wusste gar nicht, dass mein Fair Trade Großhändler Bio Glaskerzen hatte. Nicht nur, das ich bei der Bestellung wohl ziemlich falsch geklickt hatte, ich habe es wohl auch konsequent nicht gelesen…ich meine schon bei der Beschreibung war es mich nicht aufgefallen…seltsam.

Da waren Sie aber  nun, ein großer Karton voll. Was tun?!  Ich packte eine aus und betrachtete sie ein wenig.  Dann, fast wie von selbst entstand innerhalb von nur wenigen Minuten ein Bild in meinem Kopf, meine Spirits arbeiteten schon wieder und wer weiß, wem ich diese vermeintliche „ falsch Bestellung“ wohl zu verdanken habe…
So irgendwie kamen mir gewisse „Ahnungen“…

Es  formten sich Bilder und ich fing an einfach die Kerzen  zu bemalen, zuerst meine Goddess Art Figuren und während ich male und räucherte, in der Sonne saß und den Tag genoss, formten sich weitere Bilder und fügten sich Worte ineinander.
Weiter und weiter. Ich ließ die Kerzen los, lehnte mich zurück, betrachtete sie wieder und da war der Gedanke geboren…:

So entstand der Gedanke der Mensis Kerze.

Einer Kerze, die wir in der Zeit unsere Menstruation entzünden, die uns daran erinnert, wie besonders diese Zeit ist und uns zur Ruhe und zur Innenschaut einladen soll. Viele von uns haben manchmal einfach nicht die Zeit, diese besondere Phase zu ehren. Auch wenn wir es wollten. Und diese Zeit kann man sich, und wenn es nur für einige wenige Minuten ist, mit dieser Kerze nehmen.


Ich bemalte das Glas mit der Roten Blutgöttin, mit den Mondzyklen. Dann machte ich Pause und wie von selbst gestaltete sich ein Zauber und Kraftritual für alle Frauen, die diese Kerze einmal in ihrer Hand halten sollten….ich arbeitete mit Mehl und Oker, tanzte mit meinen nackten Füßen auf Mutter Erde und ehrte das Frauenblut der Welt….ich malte weiter bis zum frühen Abend. 
Dann stellte ich in der Zauberwerkstatt noch Blutrotes Wachs her, welches ich mit ätherischem Salbei und Orangenöl mischte. Ich tat einfach nach Gefühl das, was meine Eingebungen mir sagten.
Für die Optik noch ein wenig Feenstaub oben drauf, wir Frauen lieben halt ein wenig Glitzer. Sie soll alle Sinne ansprechen, mit ihrer Optik, ihrer Energie und ihrem Duft dich in dieser Zeit begleiten! 
Diese Kerze soll nun  zu unserem Zyklen brennen, damit wir uns dieser magischen Zeit bewusst werden. Um sich mit ihr zu verbinden, können wir noch ein wenig unseres Mensis Blutes auffangen und hineingeben, wenn das obere, blutrote Wachs geschmolzen ist.

Deswegen auch die rote Farbe. Da diese Kerze 100 Stunden Brenndauer hat, kann sie mehrere Zyklen brennen und wieder gelöscht werden.

Wir können uns bei ihr hinsetzten, sie betrachten, ihren Duft einatmen und uns fallenlassen in diese wichtige Phase. Ein wenig räuchern oder trommeln…oder einfach nur „ da sein“…ihr brennen alleine, wird schon etwas in uns  bewirken, glaub mir. Sie strahlt etwas „ erhabenes“ aus und es wird zu einem „besonderen Ritual“ Monat für Monat dem Feuer der Roten Göttin zuzusehen…

Diese Glaskerze ist im Online Shop bei mir zu erwerben und jede ist handgemalt und ein Unikat.



Sie ist aber nicht Spülmaschinenfest. Du kannst, wenn sie abgebrannt ist, jederzeit auch eine andere Kerze hineinstellen. Ich freue mich über jede Frau, bei der diese Kerze brennen wird und vielleicht bekomme ich ja das ein oder andere Foto von Euch….
Übrigens ist sie auch ein wunderbares Geschenk für eine junge Frau, die ihre erste Mensis bekommen hat!!

Mittwoch, 20. Mai 2015

Die Drei Ahnfrauen




In der Stadt in der ich geboren wurde, waren die sogenannten Bethen ein Begriff. Selbst eine Strasse ist in Dortmund nach diesen benannt. Im christlichen Kontext werden sie als Schutzheilige oder Heilerinnen aufgefasst. Dennoch haben sie eine heidnische Vergangenheit, erscheinen dort oft als Sonnen-Mond und Windmutter oder als weiße, schwarze oder rote Frauen. 

Ihre Namen sind landestypisch unterschiedlich, mal bekannt unter Einbetta, Worbetta und Willbetta oder auch als Ainbeth, Borbeth und Wilbeth. In römischer Zeit waren sie auch als die „ Drei Matronen“ bekannt und ihre Denkmäler zierten ihre Tempel beispielsweise in Pesch oder Nettersheim in der Eifel. Sie sind auch die Schicksalsfrauen, die Nornen, Parzen oder Moiren. Sie sind Beschützerinnen der Sippen und des Hauses, eines Ortes und eines Feldes. Sie bewirken Fruchtbarkeit und Wachstum.

Schon ganz am Anfang meines Weges hatte ich einen Starken Bezug zu diesen Ahnenfrauen. Besuchte ihre Tempel in Pesch und Nettersheim mehrfach, obwohl ich selbst mit den Römern nichts gemein habe.

Überall auf unsrem Kontinent gab es aber diesen Kult der Drei Göttinnen, die sehr oft mit Füllhörnern oder Früchten auf ihrem Schoss dargestellt wurden. Dieser Göttinnenkult wurde schon in keltischer wie in Alt-europäischer Zeit ausgeübt .

Sogar die Göttin Hekate ist ihnen zuzuordnen. Sie stammt allerdings aus Kleinasien und wurde erst im 7. Jahrhundert vor unserer Zeit in die griechische Mythologie mit einbezogen. Wie auch die Moiren, die Schicksalsgöttinnen, kann auch sie in Dreigestalt erscheinen. Manchmal wird sie auch mit Artemis gleichgesetzt, jedoch gehört sie eher zu dem Dreiergestirn der der Demeter und Kore , mit denen sie eine Dreieinheit bildet.

Ursprünglich war Hekate, die alte weise, eine wohlwollende Tod -im Leben Göttin , der Erde , des Himmels und der Meere. Sie war zuständig für Geburt, Leben und Tod. Sie war eine hilfreiche  Göttin der Menschen ( Hesiod) und eine Göttin der Hirten, Jäger und Hirtengöttin.

Ihr wurden Opfer in Form von Essensgaben an Friedhöfen und Türschwellen da gebracht. Später Opferspeisen an Wegkreuzungen . Auf sie will ich aber hier nicht näher eingehen, ist sie doch eher  eine Griechische Göttin, ihr pardon dazu bei uns wäre die Frau Holle oder die Göttin Hel.

Zurück zu den drei Bethen. Noch etwa 800 Jahren konnte der Göttinnen Kult in unsere Region mehr oder weniger unbehelligt ausgeübt werden, bis Bischof Buchardt von Worms ihm um etwa 1020 in seinen Büchern erstmals öffentlich kritisierte und diskriminierte. Seine schriftliche Überlieferung stützt sich auf Bräuche, Sagen und auf Volkslieder. 

Der Bischof lässt folge dessen seine Schäfchen im Beichtstuhl aushorchen. Kritisiert öffentlich die Bereitstellung an Anbetung der „drei Frauen“.
Um das Jahr 700 schreibt der Kirchenhistoriker Beda, das die Angelsachsen in England am achten Tag vor dem 1. Januar, also an unserem Weihnachten, das Neue Jahr begannen. Er schreibt weiter: ...“ die Nacht selbst, die Heilige Nacht, nannten sie damals mit einer heidnischen Bezeichnung Modranicht, die Nacht der Mütter. …!“

Diese „Mütter „ und ihre geweihten Nächte erinnern unmittelbar an die drei Behten, die Schicksalsfrauen. Somit wurde unter den Franken gepredigt:

...“ Niemand rüste auf den ersten Januar über Nacht Tische …!“
Gemeint war damit, das auftischen der Bäuerin, die an Mitwinter und Neujahr die Ahnenfrauen , die das Schicksal der Sippe bestimmten, nach Hause einlud, um diese zu bewirten. Die da gebrachten Opfergaben für die drei Ahnenfrauen versprachen der Familie Schutz für Haus und Hof.

Ambeth- Wilbeth-Borbeth...

Bei den Namen, dieser drei Ahnenfrauen ist zu sagen, dass die sprachgeschichtliche Herleitung immer noch Schwierigkeiten bereitet. Das Bestimmungswort ist dabei -beth, das alleine schon die Göttin bezeichnet. Woher aber kommen sie? Stammen sie aus dem deutschen -germanischen oder dem keltischen Sprachraum? Oder sind sie noch viel älter, eher indoeuropäisch oder gar alteuropäisch??!

Am einfachsten scheint die Silbe „AHN“ deutbar zu sein. Aus dem Deutschen kennen wir das Wort Ahne, das aus dem althochdeutschen an(n)a ,also Großmutter“ /Sippenmutter“ stammt.
Die erste Worthälfte von Anabeth bedeutete somit „ Erdenmutter. Erdengöttin“ . Sinngemäß kann das zutreffen, obwohl auch andere Herleitungen möglich sind.
Unsere Anabeth wird später mit der Heiligen Ana christlich übertüncht. Ana wurde zu Jesu Großmutter gemacht. Heute gibt es Ana Kapellen und Ana Berge. Die aber auf eine Verehrung einer viel älteren Göttin hinweisen.
Wilbeth und Borbeth
Die Bedeutung der Wortsilbe „Wil..“ ist immer noch unklar. Man kann sie mit der Englischen Silbe „ wheel“ in Verbindung bringen, was soviel wie Rad oder Scheibe bedeuten könnte ( Schöll) Sie könnte also Sinngemäß eine Mondgöttin sein, was aber nicht gesichert ist.


Nicht viel besser steht es mit „Bor“ . Scbormo, Schöll stellt die Silbe „bor“ zum keltischen  „borno“ also Quelle oder auch „born“ hin. Es kann aber auch „bor-co“ strahlend, leuchtend sein.
In der Nordschweiz sagen die Leute bei Sonnenaufgang: „Sonnenbeth kommt“ ...was auch eher auf „die leuchtende „ hindeuten kann. Gemäß diesen Hinweisen konstruiert Schöll diese Göttinnen Gleichung:
Erde = Ambeth
Mond= Wilbeth
Sonne= Borbeth

Wie gesagt, die Namen sind nicht eindeutig bestimmbar. Borbeth beispielsweise wurde im christlichen mit der heiligen Barbara übertüncht, die die Schutzheilige der Tunnelbauer und allen Unter Tage arbeitenden ist. Also eine alte Erdengöttin.

Ein wenig deutlicher ist die zweite Silbe ..“ beth“...Eine Herleitung von dem althochdeutschen „peta“ für Bitten oder Gebet ist begründet, denn es ist ein viel älteres und nicht mehr verstandenes Wort. Sicher ist nur, dass das Wort Beth ein gemeinsames Merkmal der drei Frauen ist. Vieleicht bedeutet es auch nur das: Frau / Göttin /Ahnfrau??

Interessant wird es auch bei dem Wort „beten“. So meint unsere „beten“ im Grunde genommen: die Beten anrufen“ . Die frühe Bezeichnung „Bethaus“ geht auf das mitteldeutsche betehus zurück und meint ursprünglich einen „Heidnischen Tempel“ . Später wurde das Wort in den christlichen Sprachgebrauch einfach übernommen:
Wenn also der Pfarrer sagt: Lasset und beten. Ruft er dabei eigentlich die Bethen Göttinnen herbei!


Männlicher Part:
Schon in der vorchristlichen Zeit besaßen die drei Ahnenfrauen auch einen männlichen Partner. Es war der Silvanus, der Waldmensch, Waldgott, Wilder Mann. Erinnert stark an „Silvester“ nicht?! Sicherlich KEIN Zufall. Auch da Silvester in die wichtigste Zeit der Ahnenfrauen fällt.
Silvanuns war ihr Begleiter durch das Jahr und wurde später durch die christliche Gestalt des Nikolaus verdrängt. Verwand ist er mit Cernunnos, der ebenfalls ein gehörnter Gott in Tiergestalt ist.

In meiner Heimat Stadt gibt es die Bethenstrasse und ein ganzer Ortsteil ist nach den Salinger Frauen benannt, es sind heilige Frauen, die nichts anderes als die drei Ahnenfrauen darstellen.
Hinweise zu ihren Kultstätten geben möglicherweise Flurbezeichnungen und Dreiheiten wie Drei Burgen, drei Kirchen, oder auch Bezeichnungen wir Mondfeld, Himmelreich, Hexenstein, Anaberg u.s.w
Eine gängige Praxis der Christianisierung war, diese mythologischen Berge in Heiligenberge oder noch besser: in Allerheiligenberge umzuwandeln. Oder ihre Quellen in Heiligen Borne umzuwandeln. Als die drei Göttinnen zu „Hexen“ gemacht wurden, machte man ihre heiligen Hügel und Berge zu Hexentanzplätzen . Zu den bekanntesten gehören der Heuber, Feldberg, der Dreifaltigkeitsberg und die Blocksberge , Höreselberg und der Brocken.

Schöll schreibt dazu „...das Unheimlich- und Verächtlichmachen trat nur dort ein, wie aus irgendwelchen Gründen eine Übernahme der alten Kultstätte nicht möglich war, so wurde der Ort übernommen und eine chrliste Kirche oder Kapelle darauf errichtet. Damit hängt es zusammen, dass wir heute Kapellen finden, die manchmal stundenweit von einer menschlichen Siedlung entfernt liegen. ..“ Nicht selten handelte es sich bei den christlichen Überbauten um „Peterskirchen“.

An vielen Orten wurden die drei Ahnenfrauen mit ihren unchristlichen Namen verehrt. Sie erinnern indirekt an die keltisch-römischen Matronen , sowie an weitere Schicksalsgöttinnen aud unsere Frühgeschichte. Diese Verehrung wurde von der Kirche im Volksbrauch stark bekämpft, andererseits bezog man die drei Frauen so gut es ging, in den christlichen Kult mit ein. Dadurch konnte Mann auch die matriachalen Wurzeln vereinnahmen und verschleiern.
Die Bethen, bzw. die Ahnenfrauen waren schon immer Göttinnen des „einfachen Volkes“ und weniger der Elite. Bei der Landbevölkerung waren sie noch sehr lange Teil der alten Naturrituellen Verehrung.

Das Verbreitungsgebiet der Drei Göttinnen umfasste, von Norden aus gesehen:
Westfalen, das Rheingebiet, Mosel, Pfalz,  Baden Württemberg, Schweiz ,Luxemburg, Ober und Unterbayern, Nord und Süd Tirol. Und für mich eine ganz wichtige Erkenntnis, als ich dies schrieb: Es gibt eine alte Seefahrer Kirche hier in Bremerhaven, dort finden wir sie auch!


Der Klerus  versuchte im Lauf der Geschichte die Verehrung dieser Frauen auch innerhalb des kirchlichen Rahmens zu verdrängen. Seltsame Konstrukte wurden dem Volk als Ersatz für die „ alten heidnischen Schicksalsgöttinnen und neu übernommenen Heiligen“ geboten. So stehen in den alten Kirchen seltsame Frauendreiheiten wie :
Kunigund-Mechtlrund-Wilbrand oder Odilie-Mechthild-Gerdraud, Elisabeth (..beth) Johanna-Isidora...us.w. Man/n ging sogar soweit, eine ganz abstrakt theologische Dreiheit zu finden:

Fides-Spes-Caritas ( Glaube-Hoffnung-Liebe) und das nur, um die Schicksalsfrauen zu bekämpfen!

Oft war diese „Übernahme“ aber nicht erfolgreich und das Volk wehrte sich dagegen. Dazu gibt es eine kleine Anekdote: Ein Prediger hatte von der Kanzel aus die Verehrung der drei Jungfrauen von Meransen gepredigt , sie seien keine Heiligen und trügen heidnische Namen und seien Heidinnen gewesen. Darauf erblindete er. Als er bereute und wiederrief wurde er geheilt. Seit her wurden alle Mädchen im Dorf auf die „heidnischen „ Namen der Ahnenfrauen getauft.

Eine weiter Form des verchristlichen, des drei Frauen Kultes, finden wir bei den Nothelfern. Es war im 14. Jahrhundert, Pestzeit und die Zeit des großen Sterbens. Dazu kamen Missernten, Hunger, Verwüstungen, Wetterkabriolen.  Walfahrten wurden veranstaltet, Gelübte und Stiftungen gemacht.

Wie die Kirche zu den 14 Nothelfern kam, liegt im Verborgenen. Jedenfalls drangen damals die alten heidnischen Glaubensinhalte wieder aus dem Dunkeln der Geschichte hervor. Denn neben den elf Männlichen Nothelfern, stehen die weit mehr verehrten Katarina, Margareta und Barbara dem Volk bei.  Sie werden liebevoll die „drei Mädchen“ genannt und werden gerade in Bayern Besonderen verehrt. In der Zeit zu Mitwinter wurden sie besonders verehrt und ihre Zeichen schmückten und schützten das Haus. K*M*B

Und natürlich war auch das der Männlich Orientierten Kirche ein Dorn im Auge. Fast erfolgreich übermalten sie auch diesen Frauenkult wieder zu dem heutigen Drei Königs Tag, dem 6. Januar.

Aber wieder zurück zu Katarina, Margareta und Barbara.
In Bayern hat sich folgender Spruch erhalten:

Margareta mit dem Wurm
Babara mit dem Turm
Katarina mit dem Radl
das sind die heiligen Madl


Es ist nicht schwer, in ihnen den alten heidnischen Frauenkult der Schicksalsgöttinnen wiederzuerkennen. Hinter Margareta steckt die Schöpfergöttin mit der Schlange, die aus ihrem heiligen Schoss hervorgeht. Die Weltenschlange, die Wissende.
Katarina mit dem Rad erinnert an die Spinnerinnen, die alten Nornen, mit dem Spinnrad, dem Rad des Glückes. Sie spinnt und macht das Leben und schenkt dem Kind seinen Lebensweg. Das Rad des Lebens. Katharina symbolisiert die Frau Holle, die sowohl webende Schicksalsgöttin wie auch erotische Liebesgöttin war.
Barbara mit dem Turm?
Manchmal hält sie einen Kelch in der Hand. Es könnte eine Transformation sein, aus dem Kelch Wiedergeborten zu werden (Kessel der Ceridwen) in diesem Sinn steckt hinter Babara die weiße Göttin der Wiederkehr, hinter Katarina die rote Ahnenfrau und Margareta ist die schwarze Göttin der Wandlung.

Die heiligen „drei Könige“ die es in dieser Form nie gegeben hat, sie wurden als heidnische Magier mit ganz und gar anderen Namen in der Bibel erwähnt, mussten also dafür herhalten, dien Kult der drei Frauen, der wieder aufzukeimen drohte, einzudämmen und umzuwandeln.

In Bräuchen und alten Ritualen haben sich oft und versereckt alte Mythologien erhalten, die aber nicht immer als solche erkannt werden. Schöll schreibt dazu..: „...Wo ein bestimmter Glaube aus irgendwelchen Gründen auch immer „ abgeschafft „ wird, flüchtet er sich in Aberglaube. Aberglauben ist ja nicht etwa Unglaube. Im Gegenteil, denn dadurch, dass er sich als Unterströmung innerhalb des neu aufgesetzten Glaubens behauptet, erweist er sich im gewissen Sinn als der echteste, den der der Mensch sozusagen „ für alle Fälle“ aufbewahrt.  Das hängt damit zusammen, das gerade in Notzeiten sich Gemeinschaften der alten Götter wieder erinnern...“

Eine solche Überlagerung und Erinnerung, liegt beispielsweise auch im Wort „böten“ vor, das allgemein „zaubern“ oder „Spruchzauber abhalten“ meint und auf die Schicksalsgöttinnen, die drei Bethen hinweist. Dazu kommen zahlreiche Pflanzennamen, Heilkräuter und dementsprechende „Frauentage“, die die Wirkung der Kräuter noch verstärken.
Der „Frauendreißiger! , wie dieser Tage zwischen dem 15. August und dem 8 September genannt werden, ist die Wirkungsmächtigste und für Heilungsrituale die  wichtigste Zeit des Jahres. Interessant ist, dass dieser Zeitraum keine dreißig Tage umfasst.
Die Bezeichnung „Frauendreißiger“ geht wohl eher auf eine heilige Zeid der drei Bethen zurück, deren Tage später zu Marientagen umgedeutet wurden.....

 (Quelle und weiterführende Literatur dazu: Der Kult der drei Heiligen Frauen /Sigirt Früh/Kurt Derungs)