Mittwoch, 6. Juli 2011

Eine andere Welt...


bot sich der Elster, eine Welt die ihr  bisher unbekannt war...

Die Elster hatte ein Reich betreten, zu dem nur wenige Frauen Zutritt haben, es sei denn, sie arbeiten dort. 
Wir „NORMALO“ Frauen kennen das Reich der käuflichen Liebe , eher   nur aus dem TV und viele von uns drehen sich dann noch angewidert um…aber auch das sind unsere Schwestern!


Einmal direkt in einem solchen Bordell zu sein, das können wenige.
Die Elster war außerhalb des Betriebes dort , um schamanisch zu arbeiten.
Eine "Geschäftsarbeit" wie für jede andere "Firma" auch. Es ergab sich danach ein nettes Gespräch und die Elster hat viel menschliches erfahren " dürfen".
 
Es sind Frauen, die auch Träume haben, Erwartungen und Hoffnungen. Manche üben diesen Beruf tatsächlich für eine Weile gerne aus. Schnell verdientes Geld. ..Für einige ist es Hoffnung, für andere der einzigste Ausweg...

Die Elster wurde gefragt und bot ihre Hexen Hilfe an, warum denen verweigern, die genauso eine Randgruppe sind, wie eine Schamanin?! Warum nicht helfen, wenn Hilfe gebraucht wird?! Wer will hier den ersten Stein werfen?! Und so half und hilft die Elster so gut sie kann….

Prostitution gilt als das "älteste Gewerbe der Welt". Den Handel mit der menschlichen Sinnlichkeit gab es zu allen Zeiten bei allen Völkern - und doch wird kaum ein Thema mit so spitzen Fingern angefasst.
Es hat viele Versuche gegeben Prostitution zu verhindern. Trotzdem hat sie immer fortbestanden, oft verschleiert und auf heimlichen Pfaden, nicht zuletzt, weil dieses Gewerbe schon immer ein wichtiger Wirtschaftszweig war.

"Die Prostitution hat an dem Tage ihren Einzug in die Welt gehalten, an dem das erste Weibe sich als Ware verkaufte." Meint dazu der Kulturwissenschaftler aus dem 19. Jahrhundert P. Dufor.
Es ist unklar, wann das genau gewesen sein soll. Belege für eine erste, frühe Form von Prostitution gibt es aus der Zeit um 3000 vor Christus. 

Die so genannte "Tempelprostitution" war eine Art kultischer Entjungferung vor der Ehe gegen Bezahlung: Junge Frauen boten sich Männern in einem Tempel an, zu Ehren der Fruchtbarkeitsgöttin; bei den Assyrern hieß sie Mylitta, bei den Griechen war es Aphrodite. 

Dieser religiöse Ritus, bei dem das von den Frauen verdiente Geld an Tempeldienerinnen oder Priester ging, beschränkte sich aber nicht nur auf Europa oder den Orient – er ist weltweit belegt. Im gesellschaftlichen Gefüge der Antike war die Frau dem Mann untergeordnet und Prostitution eine zum Vergnügen des Mannes offen betriebene und institutionalisierte Aktivität. Sexualität war kein Tabu, und profane, gewerbliche Prostitution gehörte selbstverständlich zum Leben dazu.

Bei den Griechen und Römern gewannen die Sicht auf den Körper als Ware, an Bedeutung. Nach historischen Überlieferungen soll es die ältesten offiziellen Bordelle in Griechenland gegeben haben:
Zu jener Zeit arbeiteten Frauen aus allen Bevölkerungsschichten als Sexarbeiterinnen, aber insbesondere die Geschichten von den so genannten Hetären, bezahlten Geliebten bedeutender griechischer Männer, sind überliefert:
Aspasia, die Freundin und spätere Frau des athenischen Staatsmannes Perikles, der im fünften Jahrhundert vor Christus regierte, oder Thais, die Geliebte von Alexander dem Großen (356-323 vor Christus), waren sehr gebildete Frauen, die auch die Geschichte ihrer Zeit geistig mitbestimmten.
 Ein Relikt des Sexgewerbes aus römischer Zeit ist wegen seiner erotischen Fresken weltberühmt und heute noch zu besichtigen: das Lupanar von Pompeji. 


Die heidnische Antike und ihr vorurteilsfreier Umgang mit der käuflichen Liebe wurde im Laufe der Geschichte mal als pure Lebensfreude, mal als unheilvolle Dekadenz und Vorbote des Verfalls interpretiert.
Die frühen Christen sahen das Lustvolle und Lebensfrohe der Heiden als Auswuchs der Dekadenz ; ihrer Meinung nach war der Untergang Pompejis im Jahr 79 nach Christus der Beweis dafür. Sie entwickelten in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt einen religiös-moralischen Gegenentwurf: Nach ihrem Verständnis galt das weibliche Geschlecht als Verführung, allein sexuelle Askese und die Hinwendung zu Gott konnten das Seelenheil bringen. 

Sexualität in der Ehe diente der Fortpflanzung, Sex als körperliches und seelisches Vergnügen war reine Sünde. Christliche Dirnenlegenden, wie die von Maria Magdalena, sind Beispiele für Prostituierte als reuige Sünderinnen. Doppelmoral eben.
Die Menschen im Mittelalter hatten eine ambivalente Einstellung zur Prostitution: Religiös-moralisch wurde sie verurteilt, aber rechtlich war sie erlaubt. Nicht zuletzt um die "ehrbare Frau" zu schützen und wegen der finanziellen Einnahmen wurde sie von den behördlichen Instanzen offiziell geregelt und somit auch, paradoxerweise, von der Kirche toleriert, die im Mittelalter großen gesellschaftlichen Einfluss hatte.

 In Deutschland  entstanden im 12. und 13. Jahrhundert sogenannte Frauenhäuser – von staatlicher Macht organisierte Bordelle. Die Bedingung: An heiligen Sonn- und Feiertagen mussten sie geschlossen bleiben. Die Menschen, die im Prostitutionsgewerbe tätig waren, gehörten zur Gruppe der Randständigen und waren wie Handwerker in Zünften organisiert.

Zum Ende des Mittelalters hatte sich eine große Kluft zwischen Moral und Praxis im Umgang mit dem Thema aufgetan. Insbesondere die Reformation, die Inquisition und die Ausbreitung der Geschlechtskrankheit Syphilis führten ab dem 15. Jahrhundert innerhalb nur weniger Jahrzehnte zur gesellschaftlichen Ausgrenzung von Prostituierten: 

Sie wurden jetzt als das "Tor des Teufels" gebrandmarkt und als Hexen verdammt.
Die Kirche bot Ausstiegshilfen an - die Prostituierten konnten ein Leben im Kloster wählen - aber das Gewerbe starb nicht aus. Prostitution wurde unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit weiter praktiziert.
Im 18. und im 19. Jahrhundert,  strömten viele Menschen in die Städte, in denen geschäftige Betriebsamkeit herrschte. Prostitution erfuhr einen rasanten Aufwind. Sex gegen Geld war zum Massenphänomen geworden. Armutsprostitution, die Kriminalisierung des Milieus und die weitere Verbreitung von Geschlechtskrankheiten führten schließlich dazu, dass in ganz Europa wieder verschiedene Anti-Prostitutions-Gesetze verabschiedet wurden und sich die Prostituierten zudem regelmäßig Gesundheitschecks unterziehen mussten.

Im Jahr 1901 war die Prostitution  sittenwidrig; das Bordell war Ort der Unzucht. Prostituierte, das waren Gestalten der "Halbwelt", die im Untergrund ihren Geschäften nachgingen.  Es passte nicht in eine tugendhafte, aufgeklärte Gesellschaft. Der Umgang mit dem Phänomen wurde immer widersprüchlicher.
In Deutschland suchen heute pro Tag etwa 1,2 Millionen Männer die Dienste von Prostituierten auf. Der Jahresumsatz im Sexgewerbe, in dem die heterosexuelle Prostitution dominiert, betrug im Jahr 2004 knapp 15 Milliarden Euro. 

Die Hälfte dieser Frauen sind Migrantinnen, die für eine gewisse Zeit legal in Deutschland leben und dann wieder in ihre Heimat zurückkehren – sie sind quasi Handlungsreisende in Sachen Sex.
Im neuen Jahrtausend sucht die aufgeklärte Wissensgesellschaft nach einem bewussten Umgang mit dem mittlerweile globalen Thema Prostitution. Es soll nicht länger ein Tabu sein, auch wenn die europäischen Staaten das Phänomen auf ganz unterschiedliche Weise angehen. In Schweden werden seit 1999 die Freier bestraft, wenn sie sexuelle Dienstleistungen gegen Geld in Anspruch nehmen. Man versucht sozusagen, das Übel an der Wurzel zu packen, denn, so die Argumentation, es seien ja die Männer, die das Geschäft durch ihre Bedürfnisse am Laufen hielten.
 
Verhindern lässt sich Prostitution dadurch nicht. In Holland hingegen ist Prostitution seit dem Jahr 2000 völlig legitim. Nach dem Motto: Was man nicht verhindern kann, soll wenigstens geregelt sein. In Deutschland gab es einen Schritt in die holländische Richtung: Seit 2002 ist Sexarbeit nicht mehr sittenwidrig.


Die Elster ist nach ihrem Aufenthalt viel schlauer und ganz angetan von so viel Herzlichkeit…sie hat viel dazu gelernt und gewissen Vorurteile abgelegt und wird den Frauen auch weiterhin dort  helfen.

Kommentare:

  1. Das war richtig langer Text ..aber nicht langweilig ...habe bis zum letzten Wort gelesen ..haste toll recherchiert ..danke , das war viel Arbeit und sehr informativ! Vorurteile und überhaupt iwelche "Urteile" habe ich für iese Frauen nicht ....jeder so wie er muss, kann und/oder will ..so ist das Leben!

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  2. die recherchen beginnen leider erst ab dem patriarchat...in matriarchalen kulturen waren frauen und männer gleichgestellt und man konnte frei wählen mit wem man sex hatte, auf gleicher augenhöhe. und wen alle schauen dass alle genug haben braucht sich niemand für den lebensunterhalt zu verkaufen...diese romantisierung der prostitution durch vom patriarchat geschädigten frauen ändert nichts daran was sie wirklich ist<. seelischer selbstmord auf raten.

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